Geschichte

Die Gr√ľnderjahre bis zur Spaltung (1897-1930)

Bereits im Jahr 1882 wurde vom damaligen Pfarrvikaren dokumentiert, dass w√§hrend der Messe sogenannte „Tanzlproben“ aufgef√ľhrt wurden. Dies geschah durch Blechbl√§ser des zu diesem Zeitpunkt noch nicht existierenden Musikvereins Traberg. Im Jahr 1897 entstand aus einer Feuerwehrversammlung die Gr√ľndungsversammlung des Musikvereins Traberg.

In einem Protokoll der Freiwilligen Feuerwehr Traberg vom 9. August 1908 steht geschrieben: 

„Das Kommando der Freiwilligen Feuerwehr und der Vorstand des Veteranenvereins schenken ihre eigenen Uniformen und Musikinstrumente der Musikkapelle. Als Gegenleistung verpflichtet sich die Musikkapelle, bei jeder Ausr√ľckung des Vereins zu spielen. Bei einer vormitt√§gigen Ausr√ľckung erh√§lt jeder Musikant einen Liter Bier und ein Brot. Bei einer ganzt√§gigen Ausr√ľckung und bei nachmitt√§giger Konzertierung in der Pfarre – s√§mtliche Kosten.“¬†

Sowohl aus der Pfarrchronik als auch aus der Feuerwehrchronik ist ersichtlich, dass die Musikkapelle bei sämtlichen kirchlichen Anlässen aktiv mitwirkte. Diese Verbundenheit zum Pfarrleben ist bis heute erhalten geblieben.

Nach Ausbruch des Krieges 1914 mussten viele Musiker zum Milit√§r einr√ľcken, womit der Musikverein Traberg nicht mehr spielf√§hig war. Die letzte Ausr√ľckung erfolgte zu Fronleichnam 1915 und erst als 1918 der 1. Weltkrieg endete, begann Philipp Kitzm√ľller mit den heimgekehrten Musikern die Vereinst√§tigkeit wieder aufzunehmen. Die Anzahl an aktiven Musikern nahm in den Jahren 1926 bis 1930 stark zu, bevor es zu einer folgenschweren Auseinandersetzung kam. Durch Streitigkeiten rund um eine Theaterauff√ľhrung l√∂ste sich der Musikverein zuerst auf, bevor er durch eine Verhandlung einige Zeit sp√§ter in zwei Musikkapellen weiter existierte: Der „Ortsmusik Traberg“ und dem Musikverein Traberg. Die Streitigkeiten gingen sogar so weit, dass in den folgenden Jahren vom Pfarrvikaren eine Fronleichnamsordnung herausgegeben wurde, in welcher geregelt war, welche Kapelle bei welchem Altar welche St√ľcke zu spielen hatte.

Wiedervereinigung und die Zeit NS-Regimes und des 2. Weltkrieges (1930-1945)

Im Jahr 1936 gelang es dem neuen Kapellmeister Georg Wiesmayr, die zerstrittenen Musikkapellen wieder zu vereinigen. Allerdings war diese Vereinigung nicht von Dauer, da bereits im Jahr 1938 der „Anschluss“ √Ėsterreichs ans Nationalsozialistische Deutschland folgte. In diesem Jahr gab es am 15.08. ein Konzert, welches f√ľr viele Mitglieder der letzte Auftritt ihres Lebens wurde. Durch den Ausbruch des 2. Weltkriegs und der dadurch bedingten Einr√ľckung fast aller Mitglieder des Musikvereins Traberg, l√∂ste sich dieser 1939 auf.

Entwicklung in der Nachkriegszeit (1945-heute)

Bevor die ersten „Heimkehrer“ von den Schaupl√§tzen des 2. Weltkrieges zur√ľckkehrten, gab es noch eine listige Tat eines Traberger Gastwirtes, welche es erm√∂glichte, den Fortbestand des Musikvereins in der Nachkriegszeit zu erm√∂glichen. Ein Auszug aus der Chronik: „Lobenswert zu erw√§hnen ist, da√ü Josef Kitzm√ľller Gastwirt in Traberg die vorhandenen Musikinstrumente so gut versteckt hatte, das diese von den Russen nicht gefunden wurden“.

Die erste Ausr√ľckung des Musikvereins folgte schlie√ülich 1946 zu Fronleichnam. Ein Jahr Sp√§ter war nach einer kurzen Periode von Alexander Hartl und schlie√ülich Hans Wiesberger mit schlie√ülich insgesamt 3 verschiedenen Kapellmeistern ein ereignisreiches Jahr f√ľr den Musikverein. Seit 1951 ist der Musikverein Traberg Mitglied beim Ober√∂sterreichischen Blasmusikverband.

1975 werden in der Chronik des Musikvereins Traberg erstmals Musikerinnen erw√§hnt. Von 1977 – 1981 gab es in Traberg bzw. in St. Veit das sogenannte „Jugendorchester Traberg- St. Veit“. Unter der Leitung von Hannes Dobersberger wurden in den Orten Traberg und St. Veit Jungmusiker/innen aus den eben genannten Orten, aber auch aus Oberneukirchen und Waxenberg in ein eigenes Jugendorchester zusammengefasst. Besonders erw√§hnenswert ist dabei, dass Hannes Dobersberger keinen F√ľhrerschein besa√ü und daher stets von den Eltern der Jungmusiker/innen zu den Proben chauffiert werden musst, bzw. von den Proben nach Hause chauffiert werden musste.

1986 gab Fritz K√∂ppl seinen R√ľcktritt als Kapellmeister des Musikvereins Traberg bekannt. Ein Jahr sp√§ter folgte auch der R√ľcktritt des Obmannes Walter Dollh√§ubl. In dieser Zeit war es wieder zu Streitigkeiten gekommen, welche wieder in einer Spaltung des Musikvereins endeten. 1986 verlie√üen einige Musikanten den Musikverein und gr√ľndeten 1988 die „Schallenberg-Musi“.

1990 √ľbernahm Angelika Neum√ľller als erste Frau die Stelle der Kapellmeisterin. Sie war damit einer der wenigen Frauen, die zu jener Zeit dieses Amt ausf√ľhrten. 1997 veranstaltete der Musikverein Traberg anl√§sslich seines 100- J√§hrigen das 35. Bezirksmusikfest des Bezirkes Urfahr Umgebung (Musikverein Traberg 1997). Auch die 2000er Jahre waren f√ľr den Musikverein Traberg sehr ereignisreich. Beginnend mit der Anschaffung einer neuen Uniform im Jahr 2000 und dem Probelokalneubau in den Jahren 2003 bis 2004. Da das neue Probelokal in den R√§umlichkeiten des alten bzw. den Nachbarr√§umlichkeiten gebaut und vergr√∂√üert wurde und es auch im ganzen Ort keine andere M√∂glichkeit zu Proben gab, stellte die Nachbargemeinde Ahorn in ihrem Bauhof der Musikkapelle einen Proberaum f√ľr die Zeit des Neubaus zur Verf√ľgung. 2005 gestaltete der Musikverein Traberg einen Kalender. Dabei wurden die einzelnen Register und die gesamte Kapelle im Verlauf der Jahreszeiten an verschiedenen Orten fotografiert.

Seit 2007 veranstaltet der Musikverein Traberg alle zwei Jahre einen Musikball. Dieser wird von den Musiker/inne/n in zwei verschiedenen Formationen, einer Bigband und den Traberger Hardbradlern, musikalisch selbst gestaltet. Zwischen 2007 und 2009 war Markus Nimmervoll der Kapellmeister des Musikvereins Traberg, bevor 2009 Christian Pirklbauer dieses Amt √ľbernahm. Beide hatten teilweise zeitgleich auch die Leitung der Jungmusiker inne.